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Friesisch im WWW — eine kommentierte Linksammlung

Quellen & Corpora Westfriesisch Geschichte Univ. Institute
Nordfriesisch Varia

Dies ist eine ausgewählte und kommentierte Liste von Internet-Seiten, auf die man einen Blick werfen kann, wenn man sich für das Friesische interessiert. Die Sammlung ist sehr sehr unvollständig und wird seit 2003 nicht mehr gepflegt und aktualisiert.

(Online-)Quellen und Corpora:

Beim Projekt TITUS (Frankfurt) gibt es einige wenige altfriesische Texte, die man herunterladen oder online auswerten kann.
Dabei handelt es sich zum einen um ein Corpus altfriesischer Texte, welches Fon Alra Fresena Fridone, Thet Freske Riim sowie aus den Hunsigoer Mss. die 10 Gebote und die 17 Küren enthält. Daneben gibt es noch eine digitale Version des Brokmer Rechts.
Auf der Homepage der Friesischen Akademie kann man Zugang zum vollständigen (!) mittelfriesischen Corpus erhalten (hier ist die Anmeldeseite, man muß Name, Mailadresse und ein Paßwort eingeben). Zwar kann man die Texte nicht herunterladen, aber über das Abfragesystem kommt man auch online zu ganz annehmbaren Ergebnissen — die Texte sind lemmatisiert, was beim im Mittelfriesischen grassierenden orthographischen Wildwuchs eine unschätzbare Hilfe ist.
Überhaupt ist der Nutzen dieser Datenbank gar nicht hoch genug zu veranschlagen, da man, so verstreut wie die Ausgaben mittelfriesischer Texte ja nun mal leider sind, sonst eigentlich kaum eine Chance hat, sich ohne ausufernde Reisen mit dieser Sprachstufe zu beschäftigen.
An der Friesischen Akademie wurden neben den mittelfriesischen auch noch in großem Umfang alt- und neufriesische Texte digitalisiert. Allerdings sind die aus verschiedenen Gründen noch nicht vollständig aufbereitet bzw. aus rechtlichen Gründen nicht für jedermann online zugänglich. So man guten Grund hat, kann man sich jedoch per eMail an die zuständigen Mitarbeiter wenden und erhält dann altfriesische Texte oder Zugang zu den neufriesischen Datenbanken.

Westfriesisch:

Friesische Unterrichtskommission und -institution, zuständig für das Westfriesische (mit Buchladen; organisiert Sprachkurse).
Die Seite wird gerade überarbeitet und ist ziemlich leer (Dezember 2002)!
Zur Zeit wegen Überarbeitung offline ist auch die Kultuerkaart fan Fryslân (Ljouwert), auf der man sich über Westfriesland als Kulturregion informieren kann.
Die Digitale Regio Fryslân (DRF) ist eine Sammlung (West)Friesland-relevanter Verweise — fraglos der beste Ausgangspunkt für jeden, der sich erst einmal von zuhause aus tastend mit Westfriesland beschäftigen möchte.
Das Friesische Museum in Ljouwert — es stellt Artefakte Friesischer Kultur von der frühesten Vergangenheit bis in die Moderne aus.
Die Friesische Akademie in Ljouwert — an diesem Institut befassen sich Fachleute wissenschaftlich mit allen Aspekten der westfriesischen Sprache und Kultur. Daneben gehört auch ein Buchladen zum Webangebot.
Das Webangebot der FA ist sehr umfangreich, einige der Unterseiten habe ich hier unter Überschriften einsortiert, wo sie thematisch hinpassen.
Dieses westfriesische Rechtschreibprogramm für M$ Word 97/2000 war früher nur im Buchladen in Ljouwert erhältlich — nun kann man es auch gratis bei der Friesischen Akademie herunterladen. Es besteht aus einer gezippten Datei mit dem Installationsprogramm setupFrysk.exe, der Rest ist selbsterklärend.
"Tresoar", das Frysk Histoarysk en Letterkundich Sintrum, besteht seit dem 1. September 2002 und ist entstanden aus der Fusion des Literaturmuseums Frysk Letterkundich Museum en Dokumintaasjesintrum (FLMD), der Bibliothek Provinsjale- en Buma-biblioteek (PBF) sowie dem Archiv Ryksargyf yn Fryslân (RAF).
Die einzelnen Institutionen bleiben physisch an ihren bisherigen Orten, formen nun aber einen engen Verbund — man darf gespannt sein, ob das zu neuen Synergien führt.
Auf dieser Seite stehen zwei westfriesisch-deutsche Vokabelsammlungen zum Download bereit: Ein Grundwortschatz von 1400 Vokabeln in 56 Kapiteln sowie ein Aufbauwortschatz von 1221 Vokabeln in 49 Kapiteln. So dankenswert es auch ist, daß sich da jemand solche Mühe gemacht hat — leider sind keinerlei grammatische Angaben zu den Vokabeln vorhanden, und das Wörterlernen ist ziemlich sinnlos, wenn man z.B. Genus und Konjugationsklasse nicht dazulernen kann (bzw. dann erst recht das Wörterbuch heranziehen muß).
Da es m.W. bislang keine westfriesisch-deutschen Wörterbücher gibt, und man normalerweise den Weg über das Niederländische gehen muß, mag diese Wörterliste dennoch dem einen oder anderen hilfreich sein.
Vielleicht will mal jemand die Listen durchgehen und mit den relevanten Angaben versehen, etwa ein Muttersprachler? Nur so als kleiner Vorschlag …
Die Westfriesen in den Niederlanden als Minderheit — eine umfangreiche Charakterisierung, die u.a. Aspekte wie Geschichte, Sprache, Bildungssystem, Verwaltung etc.pp. umfaßt.
Die Seite steht im Kontext des sehr informativen und übersichtlich gemachten Webangebots Minderheiten in Europa, das sich allgemein mit europäischen Minderheiten und Minderheitensprachen beschäftigt. Bei Interesse an diesem Thema, ganz abgesehen vom Friesischen, sollte man sich einen Ausflug dorthin auf keinen Fall entgehen lassen.

Nordfriesisch:

Dieser Sprachkurs des Mooringer Friesischen ist m.W. der umfangreichste Friesischkurs, den man zur Zeit im Netz finden kann; zudem ist er wirklich fundiert.
Zusammengestellt wurde er von Westfriesen (v.a. von der FA), die Nordfriesisch lernen wollten — gleichwohl haben sie den Kurs auch auf Deutsch ausformuliert. Wer also Hochdeutsch kann und Nordfriesisch lernen möchte bzw. wer in den ganz besonders exquisiten Genuß kommen will, Nordfriesisch ausgehend vom Westfriesischen zu lernen — der ist hier goldrichtig!
Das Nordfriesische Institut in Bräist/Bredstedt ist das nordfriesische Pendant zur westfriesischen Fryske Akademy.
Neben der Vorstellung des Instituts findet man hier auch kurze Einführungen in Sprache (Zitat: "Friesisch ist eine eigene Sprache — und kein Dünen-Dänisch oder Deich-Platt."), Literatur und weitere Aspekte der nordfriesischen Kultur.
Die Friesisch-Seiten des NDR 1 / Welle Nord. Ein guter Ausgangspunkt, um sich ein wenig mit der aktuellen nordfriesischen Kultur anzufreunden.
Hübsch ist es, im "Friesisch für alle"-Archiv zu schmökern, wo Informationen und Hintergrund zu früheren Radiosendungen über Nordfriesland archiviert werden.
Unter anderem steht hier ein (sehr knapper) Sprachkurs zur Verfügung, für das Mooringer Friesisch (hm, irgendwie bin ich sicher, daß da früher auch ein umfangreicherer Sprachkurs im Öömrang — also Amrumer Friesisch — online war, den find ich aber nicht mehr. Schade!)
Die Nordfriesen in Schleswig-Holstein als Minderheit — eine umfangreiche Charakterisierung, die u.a. Aspekte wie Geschichte, Sprache, Bildungssystem, Verwaltung etc.pp. umfaßt (aus mir schleierhaften Gründen ist beim Nordfriesischen die englische Version auführlicher).
Die Seite steht im Kontext des sehr informativen und übersichtlich gemachten Webangebots Minderheiten in Europa, das sich allgemein mit europäischen Minderheiten und Minderheitensprachen beschäftigt. Bei Interesse an diesem Thema, ganz abgesehen vom Friesischen, sollte man sich einen Ausflug dorthin auf keinen Fall entgehen lassen.
Eine knappe Charakterisierung des Föhrer Friesischen (Fering) im Rahmen einer Website, die ganz allgemein die Insel Föhr vorstellt.

Frisistische Universitätsinstitute:

Am Friesischen Seminar der Universität Flensburg (Leitung Prof. Helga Bleckwenn) kann man Nordfriesisch für das Lehramt an Grund-, Haupt- oder Realschule studieren.
Bei den Kurzinformationen zum Studiengang Friesisch ist der Punkt "1. Perspektiven" leer … ein böses Omen …
Personal des Studiengangs Friesisch an der Universität Kiel (Leitung Prof. Jarich Hoekstra). Die einzige deutsche Universität mit wissenschaftlichem Frisistik-Studiengang!.
Univ. van Amsterdam
Leider wurde der Vollstudiengang Friesisch an der Universiteit van Amsterdam a.d. 2001 eingestellt, Friesisch kann aber noch als Wahlfach studiert werden. Naja. Besser als nix.
(Das trifft mich insofern hart, als ich meine eigene Initiation in die Frisistik just an diesem Institut erhalten hatte … wirklich schade, die Schließung …)
Das traditionsreiche frisistische Institut an der Universität Groningen (Leitung Prof. Germen de Haan). Auf der Seite gibt es einigermaßen umfangreiche Informationen zu Studium und Institut (allerdings nur auf Niederländisch).

Geschichte der Friesen:

Nett (und gut) gemachte Seite mit Überblick über die Geschichte der Friesen, mit Landkarten etc.pp. (allerdings in seltsamer Nachbarschaft auf "esoterischem" Server).

Varia:

Ein paar einführende Informationen zum Friesischen und seinen Dialekten bei der Lowlands-List. Die Mailingliste beschäftigt sich v.a. mit den an die Nordsee angrenzenden germanischen Minderheitensprachen, und zu diesen gehört auch Friesisch.
Diese Bemerkungen zum Friesischen, seiner Geschichte und seinem Verhältnis zum Niederländischen stehen im Kontext eines ganz hervorragenden Projektes zur Darstellung der Geschichte des Niederländischen im Rahmen der germanischen Sprachen. Wer kompakt etwas über historische und sprachliche Hintergründe des Germanischen erfahren möchte sollte dort ruhig ein wenig stöbern, es lohnt sich. Träger ist das Institut für Niederlandistik der Universität Wien.
(Deze pagina bestaat ook in het Nederlands).
Ein paar Anmerkungen zum Friesischen aus Sicht eines Ethnologen (G. Janzing). Der Schwerpunkt liegt auf dem Nordfriesischen, daneben werden ein paar Wortgleichungen zum Vergleich friesischer Dialekte und anderer germanischer Sprachen tabellarisch dargestellt.

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Zuletzt aktualisiert von Reimar Müller am 16.04.2003 05:50.